Entsendung von Arbeitnehmern nach Deutschland - welche Pflichten haben Unternehmer?
Die Entsendung von Mitarbeitern nach Deutschland eröffnet polnischen Unternehmern viele Möglichkeiten, ihr Geschäft auf ausländischen Märkten zu entwickeln. Allerdings sind damit auch eine Reihe von rechtlichen Verpflichtungen verbunden, die erfüllt werden müssen.
Die Nichteinhaltung kann schwerwiegende Folgen nach sich ziehenwie hohe Geldstrafen, strafrechtliche Haftung oder sogar ein Verbot, in Deutschland Geschäfte zu machen.
In diesem Artikel erfahren Sie mehr:
- Was sind die rechtlichen Gründe für die Entsendung von Arbeitnehmern nach Deutschland?
- Welche Mindestbeschäftigungsbedingungen müssen erfüllt sein?
- Wie Sie Sanktionen und rechtliche Probleme vermeiden können.
Rechtsgrundlagen für die Entsendung von Arbeitnehmern nach Deutschland
Die Entsendung von Arbeitnehmern innerhalb der Europäischen Union wird durch die Richtlinie 96/71/EGin der die Regeln für die Entsendung von Arbeitnehmern im Rahmen der Erbringung von Dienstleistungen festgelegt sind. In Deutschland wurden diese Vorschriften umgesetzt durch das Arbeitnehmer-Entsendegesetz (AEntG).
Mindestbeschäftigungsbedingungen, die entsandten Arbeitnehmern gewährt werden müssen:
- Mindestlohn: Der Arbeitgeber muss eine Vergütung nach dem deutschen Mindestlohngesetz zahlen.
- Arbeits- und Ruhezeiten: Die Höchstarbeitszeit und die Mindestruhezeiten müssen den deutschen Vorschriften entsprechen.
- Jahresurlaub: Die entsandten Arbeitnehmer haben Anspruch auf einen Mindestbetrag an bezahltem Jahresurlaub.
- Bedingungen und Konditionen für die Einstellung von Personal: Dies gilt insbesondere für Zeitarbeitsfirmen.
- Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz: Der Arbeitgeber muss für Standards sorgen, die den deutschen Arbeitsschutzvorschriften entsprechen.
- Schutzmaßnahmen: Für schwangere Frauen, Jugendliche und Kinder, die unter besonderen Bedingungen arbeiten.
- Grundsätze der Nichtdiskriminierung: Gleichbehandlung von Frauen und Männern und keine Diskriminierung aus anderen Gründen.
Die Erfüllung dieser Anforderungen ist entscheidend dafür, dass die Entsendung legal und ohne das Risiko von Sanktionen durchgeführt werden kann.
Möchten Sie mehr darüber erfahren? Lesen Sie unseren Artikel: Entsendung von Ausländern zur Arbeit im Ausland.
Entsendung von Arbeitnehmern von außerhalb der Europäischen Union - Anforderungen und Risiken
Die Entsendung von Arbeitnehmern aus Ländern außerhalb der Europäischen Union (so genannte Drittstaaten) ist viel komplizierter als bei EU-Beschäftigten. Selbst wenn sie rechtmäßig in Polen beschäftigt sind, bedeutet dies nicht, dass sie automatisch eine Beschäftigung in Deutschland aufnehmen können.
Erforderliche Dokumente:
- ArbeitserlaubnisErforderlich, damit ein Ausländer in Deutschland legal berufliche Tätigkeiten ausüben kann.
- Visum Vander Elst: Wird Arbeitnehmern ausgestellt, die in Deutschland auf der Grundlage eines Vertrags mit einem polnischen Arbeitgeber tätig sind.
Das Fehlen dieser Dokumente kann dazu führen, dass die Arbeit als illegal angesehen wird, was sowohl für den Arbeitgeber als auch für den Arbeitnehmer schwerwiegende Folgen hat.
Folgen der illegalen Entsendung von Arbeitnehmern
Die Nichteinhaltung der Vorschriften für die Entsendung von Arbeitnehmern aus Nicht-EU-Staaten nach Deutschland kann eine Reihe harter Konsequenzen nach sich ziehen:
- Finanzielle Sanktionen:
- Der Arbeitgeber kann mit einer Geldstrafe von bis zu 500 000 Euro wegen Nichtzahlung des Mindestlohns oder Verstoßes gegen andere Entsendevorschriften.
- Strafrechtliche Haftung:
- In extremen Fällen kann der Unternehmer strafrechtliche Vorwürfe hören, wie z. B.:
- Beihilfe zum illegalen Aufenthalt eines Arbeitnehmers.
- Beschäftigung von Arbeitnehmern ohne die erforderlichen Genehmigungen.
- In extremen Fällen kann der Unternehmer strafrechtliche Vorwürfe hören, wie z. B.:
- Verbot von Aktivitäten:
- Einem Unternehmen kann die Erbringung von Dienstleistungen in Deutschland für einen begrenzten Zeitraum untersagt werden.
- Ansprüche der Arbeitnehmer:
- Die Arbeitnehmer haben Anspruch auf Lohnnachzahlung und Entschädigung wegen Verletzung der Arbeitsbedingungen.
Beispiel:
Ein Arbeitnehmer aus der Ukraine, der nur über eine polnische Arbeitserlaubnis und eine A1-Bescheinigung verfügt, wird nach Deutschland entsandt. Das Fehlen zusätzlicher Dokumente, wie z. B. des Vander-Elst-Visums, führt zu einem Bußgeld für den Arbeitgeber, und der Arbeitnehmer macht seine Rechte vor dem Arbeitsgericht geltend.
Unterschiedliche Regelungen in den EU-Ländern
Die Anforderungen für die Entsendung von Nicht-EU-Ausländern sind von Land zu Land unterschiedlich:
- Deutschland: Es sind zusätzliche Dokumente erforderlich, wie z. B. das Vander Elst-Visum.
- Tschechische RepublikKein Erfordernis einer zusätzlichen Arbeitserlaubnis für Arbeitnehmer aus Drittstaaten.
Mangelnde Kenntnis der örtlichen Vorschriften kann nicht nur zu rechtlichen Problemen, sondern auch zu finanziellen Verlusten für den Unternehmer führen.
Möchten Sie mehr über die Entsendung von Arbeitnehmern ins Ausland erfahren? Lesen Sie unseren Artikel: Entsendung von Arbeitnehmern ins Ausland - Anforderungen und Dokumente.
Vorbeugende Maßnahmen für Unternehmer - wie lassen sich Risiken bei der Entsendung von Arbeitnehmern nach Deutschland vermeiden?
Um negative Folgen im Zusammenhang mit der fehlerhaften Entsendung von Arbeitnehmern nach Deutschland zu vermeiden, sollten Unternehmen geeignete Präventivmaßnahmen ergreifen. Zu den wichtigsten Schritten gehören:
- Sich mit den Rechtsvorschriften gründlich vertraut machen:
- Informieren Sie sich über die Vorschriften der EU, Polens und Deutschlands. So können Sie Fehler bei der Buchung und mögliche Sanktionen vermeiden.
- Sicherstellung einer vollständigen Dokumentation:
- Kümmern Sie sich um die folgenden Dokumente:
- Anhänge zu Verträgen und anderen Dokumenten, in denen die Bedingungen für die Entsendung festgelegt sind.
- A1-Bescheinigung zur Bestätigung der Versicherung im polnischen Sozialsystem.
- Aufenthalts- und Arbeitsgenehmigungen und, im Falle von Nicht-EU-Ausländern, Visa und andere Dokumente zur Legalisierung von Arbeit.
- Kümmern Sie sich um die folgenden Dokumente:
- Überprüfung des Vertrags mit dem deutschen Partner:
- Legen Sie die Einzelheiten des Vertrags mit dem Auftragnehmer fest, wie z. B.:
- Art der ausgeführten Tätigkeiten.
- Verantwortlichkeiten für die Mitarbeiter.
- Delegation von Anweisungen und Kontrolle der Mitarbeiter.
- Das Fehlen genauer Bestimmungen im Vertrag kann auf eine Scheinbeschäftigung hindeuten, was in der Praxis dazu führt, dass die Arbeitnehmer in Deutschland versichert werden müssen und dort Einkommenssteuervorauszahlungen zu leisten haben.
- Legen Sie die Einzelheiten des Vertrags mit dem Auftragnehmer fest, wie z. B.:
Zusammenfassung
Die Entsendung von Mitarbeitern nach Deutschland kann für Unternehmer viele Vorteile mit sich bringen, allerdings nur, wenn alle rechtlichen Anforderungen erfüllt sind. Werden diese nicht eingehalten, kann dies schwerwiegende Folgen wie Geldstrafen, strafrechtliche Haftung oder ein Verbot der Geschäftstätigkeit haben.
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