Die Arbeitslosigkeit in Polen, die sich seit Jahren auf einem Rekordtief befindet, hat dazu geführt, dass Fachkräfte und qualifizierte Arbeitskräfte in vielen Branchen schwer zu finden sind. Auch bei den so genannten "Stammarbeitskräften" macht sich der Mangel zunehmend bemerkbar. Dies liegt daran, dass viele unserer Landsleute "für Brot" in die westeuropäischen Länder gegangen sind. Es ist daher nicht verwunderlich, dass seit fast 8 Jahren systematisch Arbeitskräfte aus der Ukraine und anderen Nicht-EU-Ländern den polnischen Arbeitsmarkt füllen. Leider wird es vielleicht nicht mehr lange dauern, bis auch sie Polen auf der Suche nach finanziellem Glück verlassen.
Der Arbeitsmarkt in unserem Nachbarland ist in letzter Zeit besonders verlockend geworden. Arbeiten in Deutschland bietet viele neue Perspektiven und verlockende Löhne. In vielen Bereichen der Wirtschaft werden Fachkräfte gebraucht. Deshalb haben sie beschlossen, ab dem 1. März 2020 auch Nicht-EU-Bürgern die Möglichkeit zu geben, hier zu arbeiten. Über die Möglichkeit der Beschäftigung von Ausländern aus Drittstaaten habe ich bereits geschrieben >>hier<<.
Arbeiten in Deutschland - Bedingungen
Der deutsche Arbeitsmarkt wird nicht alle Arbeitswilligen "absorbieren". Nicht alle Drittstaatsangehörigen werden zum Arbeiten nach Deutschland kommen können. Bestimmte Bedingungen müssen erfüllt sein.
Ausländer, die ihre beruflichen Qualifikationen außerhalb Deutschlands in Drittstaaten erworben haben, können eine ihrer beruflichen Qualifikation entsprechende Tätigkeit in einem anerkannten oder vergleichbaren Beruf ausüben, wenn:
- die Stelle, die für die Anerkennung von Berufsqualifikationen nach den Vorschriften des Bundes oder der Länder zuständig ist die Gleichwertigkeit der Berufsqualifikationen mit den nationalen Berufsqualifikationen festgestellt und wann,
- Die Bundesagentur für Arbeit hat für den jeweiligen Beruf oder die jeweilige Berufsgruppe unter Berücksichtigung der Besonderheiten und des wirtschaftlichen Bedarfs der jeweiligen deutschen Region festgelegt, dass es möglich ist, freie Stellen mit ausländischen Bewerbern zu besetzen (Positivliste).
Deutsche Arbeitgeber sind verpflichtet, potenziellen ausländischen Arbeitnehmern Beschäftigungsbedingungen anzubieten, die denen von deutschen Arbeitnehmern entsprechen.
Positivliste - Arbeiten in Deutschland
Zu den gewünschten Qualifikationen auf der Positivliste gehören Berufe in Branchen wie z. B.:
- Gartenbau - berufliche Entwicklung im Garten- und Landschaftsbau, Baumschule, Ausbildung im Zierpflanzenbau, Obst- und Gemüseanbau;
- Maurer-/Erdbauindustrie (Baustoffe, Transportbeton, Gipskartonplatten, Kalksandsteine oder Porenbeton, Asphalttechnik);
- Möbel, Küche und Umzugsservice;
- Holztechnologie;
- Spezialist für Metalltechnik - Metallumformung und Drahttechnik;
- Schlachterei;
- Baugewerbe - Maurer, Dachdecker, Bauarbeiter, Tiefbauspezialisten, Fliesenleger;
- Straßenarbeiter, Gleisbau;
- Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik, Sanitärtechnik;
- IT-Industrie - Entwickler von IT-Lösungen;
- Transport-Berufsfahrer;
- Gesundheitsdienste: Krankenschwestern, Ärzte.
Die oben genannten gefragten Berufe sind nur einige der Berufe, die auf der Positivliste stehen.
Arbeiten in Deutschland - Anerkennung von erworbenen Qualifikationen/Aufwertung von Ausbildungen
Nachdem die Eintragung eines Ausbildungsberufs in die Positivliste nachgewiesen wurde, muss sichergestellt werden, dass die zuständigen deutschen Behörden die beruflichen Leistungen überprüfen und anerkennen. Dies ist der Zweck dere Anerkennung von Berufsqualifikationen. Denn sie zeigt einem potenziellen Arbeitgeber, inwieweit die berufliche Qualifikation eines Ausländers mit einem in Deutschland erworbenen Berufsabschluss vergleichbar ist.
Was bringt die Anerkennung von Qualifikationen?
Vor allem aber können Sie mit der Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse Ihre Chancen auf einen guten Arbeitsplatz erhöhen. Anerkennungen Ausland Berufsqualifikationen bedeutet rechtliche Gleichwertigkeit mit vergleichbaren deutschen Berufsqualifikationen. Es ist anzumerken, dass in einigen so genannten reglementierten Berufen die volle Anerkennung von Qualifikationen Die Anerkennung von Berufsqualifikationen ist gesetzlich vorgeschrieben und gilt z. B. für Ärzte, Lehrer oder Erzieher. Bei Bewerbungen von Nicht-EU-Bürgern ist die Anerkennung von Berufsqualifikationen ist obligatorisch.
Erforderliche Dokumente für die Arbeit in Deutschland
In erster Linie, und das sollte intuitiv betrachtet werden, müssen die beruflichen Qualifikationen angemessen dokumentiert werden, z. B. durch entsprechende Schul-, Kurs- oder Zertifikatszeugnisse. Außerdem muss ein Formular ausgefüllt werden, das einen Antrag auf Anerkennung von Berufsqualifikationen enthält und dem Antrag beigefügt werden muss:
- eine Kopie eines Ausweises (Reisepass oder Personalausweis; alternativ ein Dokument über eine Namensänderung, z. B. eine Heiratsurkunde),
- Erklärungen zu den bisher eingereichten Anträgen und Lebenslauf.
Sie können die Anerkennung Ihrer Berufsqualifikationen beantragen, ohne bereits in Deutschland zu sein. Ich möchte auch darauf hinweisen, dass Je nach Beruf können zusätzliche Unterlagen für die Bewerbung erforderlich sein. Dies gilt insbesondere für reglementierte Berufe im Bereich der öffentliche Gesundheit (z.B. ein Arzt) oder Sicherheit (z. B. Architekt oder Ingenieur).
In Berufen, in denen man mit Kindern und Jugendlichen oder Menschen mit Behinderungen zu tun hat, muss außerdem die persönliche Eignung nachgewiesen werden (z. B. Lehrer oder Erzieher). In der Regel werden für diese Berufe folgende Dokumente und Bescheinigungen verlangt:
- Bestätigung der gesundheitlichen Veranlagung - in der Regel ist es ein aktuelles ärztliches Attest, das nicht älter als 3 Monate sein darf.
- Bestätigung der persönlichen Eignung/Zuverlässigkeit– Dies kann z. B. eine Bescheinigung aus dem Strafregister, ein Auszug aus dem Strafregister oder ein gleichwertiges Dokument aus Ihrem Herkunftsland sein. Diese Dokumente sollten nicht älter als 3 Monate sein.
- Nachweis einer ausreichenden Berufshaftpflichtversicherung - Häufig wird eine Berufshaftpflichtversicherung mit einer bestimmten Versicherungssumme verlangt.
ANMERKUNG: In den meisten Fällen wird es notwendig sein, Dokumente in deutscher Sprache zu erstellen. Es ist ratsam, eine beglaubigte Übersetzung von einem Übersetzer anfertigen zu lassen in Deutschland oder in einem anderen Land öffentlich bestellt oder vereidigt. Vor der Übermittlung der Übersetzung ist jedoch bei der zuständigen Behörde zu erfragen, in welcher Form die Übersetzung vorzulegen ist und wer sie vorlegen kann. Manchmal werden die folgenden Formen akzeptiert nur in Deutschland angefertigte Übersetzungen. Wir können Sie bei der Bestimmung der richtigen Form der Dokumente unterstützen.
Nachweis der Kenntnis der deutschen Sprache
Für viele reglementierte Berufe müssen Sie über Deutsche Sprachkenntnisse auf einem gewissen Niveau. Das geforderte Sprachniveau richtet sich nach dem so genannten "Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen für Sprachen". Methode Bestätigung des erforderlichen Sprachniveaus ist von Beruf zu Beruf und manchmal von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Einige zuständige Behörden erkennen bestimmte Sprachzertifikate an, die ein Ausländer bereits erworben hat. Es kann auch vorkommen, dass eine zusätzliche oder alternative Sprachprüfung abgelegt werden muss. Aufgrund der unterschiedlichen Möglichkeiten, Ihre Deutschkenntnisse nachzuweisen, empfehlen wir Ihnen, sich vorab bei die zuständige Behörde.
Wo soll der Antrag eingereicht werden?
Der Antrag muss bei der zuständigen Behörde eingereicht werden. Und wo? Zuständige Behörden sind die Behörden und sonstigen Institutionen, die im Rahmen des Anerkennungsverfahrens über die Anerkennung von Berufsqualifikationen in Deutschland entscheiden. In der In Deutschland gibt es insgesamt rund 1.500 zuständige Behörden für die Anerkennung von Berufsqualifikationen. Dazu gehören zum Beispiel Industrie- und Handelskammern, Handwerkskammern und Ärztekammern, Amtsgerichte, Ministerien und Behörden. Es ist daher notwendig, zunächst die für unseren Beruf fachlich und dann die örtlich zuständige Behörde zu ermitteln, die sich auf den Ort bezieht, an dem Sie arbeiten wollen. Die Bestimmung der Behörde, an die man sich wenden muss, kann daher eine schwierige Aufgabe sein. Wir bieten Ihnen daher unsere Unterstützung bei der schnellen und vor allem korrekten Ermittlung der zuständigen Stelle an.
Elektronischer Weg
Eine alternative Lösung ist auch die Nutzung des Online-Wegs, indem ein Antrag auf Anerkennung von Berufsqualifikationen gestellt wird. Dies kann über den sogenannten Einheitlichen Ansprechpartner (EA) erfolgen. Weitere Informationen hierzu finden Sie unter dem folgenden Link:
https://www.bmwi.de/Redaktion/EN/Artikel/SME-Sector/points-of-single-contact.html
Die Inanspruchnahme einer Kontaktstelle hat unbestreitbare Vorteile. Zunächst hilft die EA bei der Beantragung der Anerkennung und leitet die Unterlagen an die zuständige Behörde weiter. Die zuständige Behörde führt dann das Anerkennungsverfahren durch. Dies ist eine kostenlose Dienstleistung.
Aber ganz wichtig ist, In einigen Bundesländern kann der EA genutzt und die Bescheinigung elektronisch eingereicht werden nur Personen mit Europäischen Union, dem Europäischen Wirtschaftsraum und der Schweiz. Der EA ist dann in dem jeweiligen Bundesland für Personen aus Drittstaaten nicht möglich. Es ist daher ratsam, sich vorher zu erkundigen, ob Sie diesen Weg in dem jeweiligen Bundesland beschreiten können. Darüber hinaus möchte ich betonen - und darauf wird auch immer wieder hingewiesen -, dass die meisten Sachbearbeiter in Deutschland nur Deutsch sprechen.
Arbeiten in Deutschland als Alternative zur Anerkennung von Qualifikationen
Wenn der Weg zur Anerkennung Ihrer Qualifikationen nicht erfolgreich ist, bedeutet das noch nicht, dass Sie nicht in Deutschland arbeiten können. Denn es gibt viele alternative Wege, die Sie einschlagen können.
Wenn Sie bereits über Berufserfahrung oder eine abgeschlossene Berufsausbildung verfügen, die in Deutschland nicht anerkannt wird, können Sie in erster Linie Ergänzung und erhalten dadurch ein originales deutsches Berufsdiplom.
Eine weitere Möglichkeit ist Umschulung selbst oder Abschluss von Kursen Fortbildung. Bei einer Umschulung ist die Dauer der Ausbildung in der Regel kürzer und sie ist eher theoretisch. Andererseits können Sie sich weiterbilden, wenn Sie über ausreichende Berufserfahrung oder einen Hochschulabschluss verfügen. Die Weiterbildung schließt mit einer Prüfung ab, nach der Sie das entsprechende deutsche Berufsbildungsdiplom erhalten. Zu den Berufsabschlüssen gehört zum Beispiel ein Meistertitel in einem Handwerk. Aber auch Fachwirte, Betriebswirte und viele andere Berufsabschlüsse in verschiedenen Bereichen der Wirtschaft gehören dazu.
Eine weitere Möglichkeit, in Deutschland zu arbeiten, ist Ihr eigenes Unternehmen gründen. Das erfordert natürlich viel Entschlossenheit und Mut, ist aber heute oft die von Ausländern gewählte Lösung. Es ist möglich, ein eigenes Unternehmen ohne Anerkennung zu führen, z. B. als Freiberufler.
Visum - Arbeiten in Deutschland
Wenn Sie sich vergewissert haben, dass Ihr Beruf auf der Positivliste steht und Sie das Anerkennungsverfahren bestanden haben, müssen Sie nur noch ein Visum für Deutschland beantragen. Voraussetzung für die Beantragung eines Visums ist allerdings, dass sich Ihr zukünftiger deutscher Arbeitgeber verpflichtet, Sie nach Ihrer Ankunft in Deutschland zu beschäftigen. Mehr über das Visumverfahren erfahren Sie bei der deutschen Botschaft hier in Polen.
Es ist erwähnenswert, dass Deutschland, um den Bedürfnissen von Arbeitnehmern aus Ländern außerhalb der Europäischen Union gerecht zu werden, auch Visa für den Abschluss beruflicher Qualifikationen und für die Arbeitssuche vorgesehen hat. Auch sind gute Kenntnisse der deutschen Sprache nicht in allen Fällen erforderlich. Jeder Fall ist individuell und erfordert eine Analyse sowohl der Dokumente, die die beruflichen Qualifikationen des Ausländers belegen, als auch der Behörde, die zur Anerkennung dieser Qualifikationen berechtigt ist. Auch der Ort der künftigen Niederlassung in Deutschland ist wichtig.




2 Kommentare
Vollkommen professionelle und sachliche Informationen, die dennoch leicht zugänglich präsentiert werden.
Ich danke Ihnen sehr 🙂